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Welche Kunst! – dekorative Bücherstützen

Die „Bronzene Eule“ an Monika für ihre Erzählung

Ich greife nach der grade angefangenen Schachtel. Die neue Zigarette ruht in meiner Hand. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich gelernt habe, die Zigarette so zu halten. Tief zwischen Zeige- und Mittelfinger. Wenn ich den Rauch ziehe, bedeckt meine Hand den Mund, wie beim Gähnen. Etwas prätentiös, aber wenn man etwas greifen will, ist die Hand verhältnismäßig frei.

Einst habe ich die Zigarette in der Linken gehalten, zusammen mit dem Kugelschreiber. Ich konnte dann rauchen und schreiben, aber nie beides zugleich. Ich habe dann in die Rechte gewechselt. So eine einfache Maßnahme ließ beide Tätigkeiten vereinbaren. Genial. Ich zünde an. Ziehe ein erstes und zweites Mal. Der Rauch geht von den Lungen bis in die Fingerspitzen. Ich bin immer verwundert, wie schnell ich in mir die Wirkung des Nikotins spüre. Im grauen Dunst, der das Zimmer füllt, windet sich schwebend ein blaues Band von der Zigarettenglut in Richtung des Wandschranks.

- Sie hat Monika gebeten. Monika, und nicht mich. Warum? Weil sie interessanter schreibt? Weil ich über was anderes schreiben soll? Und vielleicht, weil es unprofessionell ist. Weil die Arbeit bezahlt werden muss, und ich bekomme keinen Heller. Ich hätte ja auch nichts genommen. Ich habe meinen Lohn schon erhalten. Ich folge mit dem Blick dem Streifen des Blaus, das sich nun beim Bücherregal verzieht. Bunte Rücken stehen stramm nebeneinander, gehalten von Eule, Spinne und Kleeblatt.

Ich erinnere mich, als einst die letzten Bände von der Senkrechten abwichen, als sie noch die anderen unterstützten. Manchmal stürzten plötzlich eins oder zwei und leiteten ein echtes Domino ein. Die Bücher fielen mit erbärmlichen Gekrache runter. Oft fielen mit ihnen auch irgendwelche kleinen Pretiosen runter, die als Dekoration daneben standen. Fast immer, mit Betonung auf „immer“, zogen die Bücher von den oberen Regalen die von den tieferen Etagen mit, so dass auf dem Boden endlich fast der gesamte Inhalt des Regals landete. Am schlimmsten war es, wenn die Katastrophe in der Nacht kam oder wenn ich schrieb. Übrigens, ich schrieb meistens nachts. Der Lärm brachte mich dann gänzlich aus dem Konzept. Danach habe ich nie etwas zustande gebracht, was auf diese Weise unterbrochen wurde. Ich weiß nicht, ob es Magie war, aber immer musste ich wieder von vorne anfangen. In dieser Zeit brachte ich kaum was zu Ende. Geschweige denn die Nächte mit A. Da fielen sie auch… Ich will es gar nicht mehr wissen. Ich weiß nicht, ob vielleicht das eben der Grund war, warum A. angefangen hat, Bücherstützen zu produzieren.

Zuerst ein Paar harmlose Muster – Kleeblatt, Blumen, Gitarre, die Serie NAZCA (Spinne, Kolibri, Affe). Unterstützer, wie A. sie nannte, haben sich bewährt. Sie sind super. Ich bekam einige Prototypen. Die Bücher stehen jetzt in grader Reihe. Muckmäuschenstill. Die herabhängende Spinne ängstigt sie mit ihrer indianischen Abstammung. In der Mitte der Reihe, schüchtern in den Raum dreinschauend, das Kleeblatt, das zwei Autoren voneinander trennt. Von oben beobachtet alles die Eule, das Symbol der Weisheit, unzertrennlich mit Büchern verbunden. Diese Eule soll Monika für ihre Erzählung bekommen. Ich finde die Entlohnung angemessen, besonders für eine Buchliebhaberin, die unvermeidlich von dem Erschlagen durch den immer größer werdenden Buchbestand bedroht wird. Diese Eule ist auch ein Prototyp. Ich bin ein wenig traurig, sie weggeben zu müssen, aber es wird schon. Ich weiß, dass sie in gute Hände fliegt und sich auf ein gutes Regal niedersetzt. Sie geht nicht verloren. Sie sollte glücklich werden. Monika auch. Und ich hoffe, A. auch. Ich bin es schon.

Ich tippe die Asche von der zu Ende gerauchten Zigarette. Selbst die Asche fällt nicht von alleine – denke ich in mich hinein und lächele die gerade rein kommende A. an.

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Projekt współfinansowany przez Unię Europejską z Europejskiego Funduszu Rozwoju Regionalnego oraz z budżetu państwa. Fundusze Europejskie dla rozwoju regionu łódzkiego